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Gelenkersatz Hüfte minimal invasiv (künstliches Hüftgelenk)

OP Hüftgelenkersatz Dr. Frohnmüller

Minimal invasiver Hüftgelenkersatz (Hüftendoprothetik)

Künstliches Hüftgelenk Freiburg
Künstliches Hüftgelenk

Der Gelenkersatz durch sogenannte Endoprothesen wird schon seit über 50 Jahren mit überwiegend sehr guten Resultaten angewandt. In den letzten Jahren fand eine weitere Entwicklung hin zu gewebeschonenden minimal invasiven Operationsverfahren statt. Die von uns angewandte Methode des sogenannten "vorderen AMIS-Zuganges" (AMIS = Anterior Minimal Invasive Surgery) erlaubt das Einsetzen des Kunstgelenks ohne Sehnen - oder Muskeldurchtrennung. Ziel ist die schnellere postoperative Erholung des Patienten bei guten Langzeitergebnissen.

Das Gelenk ist außen von einer Kapsel umschlossen und bildet eine eigene Einheit. Darum gruppiert findet sich ein dichter Muskelmantel, der für Stabilität und aktive Bewegung verantwortlich ist. An der Vorderseite existieren 2 natürliche Muskellücken, die der Operateur bei minimalinvasiven Eingriffen als Zugangsweg nutzen kann. Dabei muss kein Muskel durchtrennt oder abgelöst werden.

Operation Hüftgelenkersatz

Unser Spezialist für den minimalinvasiven Hüftgelenkersatz (Hüftendoprothetik) ist Dr. med. David Frohnmüller.

Die Operation erfolgt in Vollnarkose und ist mit einem stationären Aufenthalt von 7 bis 10 Tagen verbunden. Die Operationsdauer beträgt etwa eine bis eineinhalb Stunden. Je nach Größe und Gewicht misst die Narbe zwischen 8 und 12 Zentimetern. Nach Eröffnung des Gelenkes wird der Schenkelhals abgesetzt. Es folgt das Auffräßen der Gelenkpfanne und das Einsetzen des nicht zementierten Pfannenimplantates. Im Anschluss wird der Oberschenkelknochen aufgeraspelt und je nach Knochenqualität die Schaftprothese mit oder ohne Knochenzement eingebracht. Nach einer intraoperativen Testung der Stabilität wird der künstliche Hüftkopf aufgesetzt und anschließend die Wunde geschlossen.

Nachbehandlung

Im Normalfall ist ab sofort eine Vollbelastung zugelassen, die Gehstöcke werden nur nach Bedarf für die Gangstabilität einige Tage verwendet. Die ersten 4 Wochen nach der Operation ist eine Behandlung mit Heparinspritzen zur Herabsetzung des Thromboserisikos erforderlich. Die Anschlussheilbehandlung kann sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden.

 

Interview mit Dr. Frohnmüller: Minimal invasiver Hüftgelenksersatz-  der gewebeschonende AMIS-Zugang

Herr Dr. Frohnmüller, wie kommt es zu einer Hüftgelenksarthrose?

Dr. Frohnmüller: Ist der den Knochen schützende glatte Knorpelüberzug von Hüftkopf und Gelenkpfanne beschädigt oder abgenutzt, kommt es zu einer lokalen Entzündungsreaktion, die mit zunehmenden Schmerzen und Bewegungseinschränkung einhergeht. Im Anfangsstadium kann versucht werden, mit einer konservativen Behandlung die Symptome einzudämmen oder den Fortschritt der Erkrankung zu verlangsamen. Ist die Koxarthrose aber bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, so ist in den meisten Fällen nur noch der künstliche Gelenkersatz („Hüft-TEP“, „Hüft-Total-Endoprothese“) eine sinnvolle Therapieoption.

Was hat sich seit den Anfängen der Endoprothetik getan?

Dr. Frohnmüller: Viele Jahre lang stand bei den Versuchen die klinisch bereits guten Ergebnisse weiter zu verbessern das Prothesenmaterial und -design im Mittelpunkt. Erst seit etwa 10 bis 15 Jahren wurden verstärkt Anstrengungen unternommen, die Operationstechnik dementsprechend zu modifizieren, dass der die Hüfte umgebende Muskel- und Weichteilmantel beim Einsetzen des Implantats so schonend wie möglich behandelt wird. Zielforderung dieser sogenannten minimal-invasiven Chirurgie im Falle des Hüftgelenks ist ein Nichtdurchtrennen von Muskel- und Sehnengewebe, um den Operationsort zu erreichen.

Aus welchen Komponenten besteht ein künstliches Hüftgelenk?

Dr. Frohnmüller: Die klassische Hüftgelenkprothese besteht aus vier Einzelkomponenten: dem Oberschenkelschaft, dem Prothesenkopf, der Hüftgelenkpfanne und dem Pfannen-Inlay. Für jede Einzelkomponente bestehen Ausführungen und Beschichtungen in unterschiedlichsten Materialien (Titan, Keramik, Chromkobalt, Polyethylen, Metall usw.). Es ist dabei eine der wesentlichen Aufgaben des Chirurgen, individuell für jeden Patienten die für ihn optimale Materialkombination auszuwählen.

Ist die Art der Implantation immer gleich?

Dr. Frohnmüller: Nein. Um ein künstliches Gelenk in die Hüfte einzusetzen, gibt es vier verschiedene operative Zugangswege. Von der Richtung ausgehend unterscheidet man den hinteren-seitlichen („Moore“), den seitlichen („Bauer“, „Hardinge“), den vorderen-seitlichen („OCM“, „ Röttinger“, „Watson-Jones“) und den direkt vorderen („Hueter“) Zugang. Die beiden erstgenannten werden weltweit bislang am häufigsten angewandt. Bei diesen Wegen zum Gelenk muss allerdings zwingend die Durchtrennung von für die Hüftfunktion wichtigen tiefliegenden Muskeln erfolgen. Davon abzugrenzen sind die beiden letztgenannten Zugangsgruppen. Hier kann gemäß der obengenannten Forderung von minimal-invasiven Operationstechniken gesprochen werden.

Was macht jetzt die neue gewebeschonende „AMIS-Methode“ aus?

Dr. Frohnmüller: Im Rahmen der Operationsvorbereitung wird eine computergestützte Planung anhand der Röntgenbilder angefertigt. Der Eingriff wird in Rückenlage und unter Voll- oder Rückenmarksnarkose durchgeführt. Zur Lagerung wurde dabei speziell für diesen Eingriff ein beweglicher Beinhalter für den Operationstisch entwickelt. Der Zugangsweg misst abhängig von den lokalen Gegebenheiten etwa 6 bis 10 cm und befindet sich an der Vorderseite des Oberschenkels unterhalb der Leistengegend. Das Besondere daran: Der Operateur trifft hier auf eine natürlich vorhandene Muskellücke. Nach Durchtrennung der Haut kann er nun schonend in einer Art Zickzack-Kurs durch die verschiedenen Muskelschichten hindurch in die Tiefe vordringen. Dabei werden die Muskeln nur zur Seite weggedrängt und nicht durchtrennt - in diesem Punkt liegt der wesentliche Unterschied zu den traditionellen OP-Techniken, bei denen ja immer eine Muskeldurchtrennung oder –absetzung erforderlich ist. Nach Eröffnung der Gelenkkapsel wird nun das künstliche Gelenk nach den allgemeinen Prinzipien der Hüft-Endoprothetik eingesetzt. Zunächst wird der Knochen von Becken und Oberschenkel vorbereitet; im Anschluss erfolgt das Einsetzen von Schaft und Pfanne. Abhängig von verschiedenen Faktoren wird hierbei eine zementfreie oder eine (teil-)zementierte Technik durch den Operateur ausgewählt. Noch während der Operation wird eine Röntgenkontrolle durchgeführt und erst daraufhin der endgültig ausgewählte Hüftkopf aufgeschlagen.

Wie sieht die Nachbehandlung des Patienten bei dieser OP-Methode aus?

Dr. Frohnmüller: Bei üblichem Verlauf kann der Patient ab dem Folgetag der Operation in Vollbelastung mobilisiert werden und es kann mit der Physiotherapie begonnen werden. Aufgrund einer kontrollierten Unterbindung der wichtigen vorderen hüftversorgenden Blutgefäße ist die Bluttransfusion nur im Ausnahmefall notwendig. Im Vergleich zeigen sich gerade in der Anfangsphase der ersten 6 bis 12 Wochen die größten Unterschiede, da bei den mit herkömmlicher Methode operierten Patienten bis zur Heilung der Muskeldurchtrennungen eine Vielzahl von Bewegungen kategorisch vermieden und oftmals die Gehstöcke noch für mehrere Wochen verwendet werden müssen. Bei Nichtvernarben dieser operationsbedingten Muskelschäden kann es auch langfristig zu fortbestehenden Beschwerden wie Schmerz, Hinken, Ermüdbarkeit und Instabilität kommen. Etwa jeder zweite mit der vom Autor verwendeten AMIS-Methode operierte Patient kann sich bereits am 3. Tag nach der Operation auf Stationsebene ohne Gehstützen fortbewegen. Autofahren ist bei einer Vielzahl der Patienten nach 2 bis 3 Wochen wieder möglich. Die Anschlussheilbehandlung kann im Mittel nach etwa einer Woche begonnen werden. Abhängig von der Gesamtsituation kann sie ambulant oder stationär erfolgen.

Gibt es bei dem Eingriff besondere Risiken?

Dr. Frohnmüller: Auch bei minimalinvasiver Operationstechnik bleibt der künstliche Hüftgelenkersatz ein großer chirurgischer Eingriff. Die in der aktuellen Wissenschaftsliteratur analysierten Daten zeigen ein mit der klassischen Operation vergleichbares Risiko für typische Komplikationen. In Deutschland ist die beschriebene Methode bislang noch wenig verbreitet und wird nach Schätzungen nur von unter einem Prozent der Hüftgelenk- Chirurgen angewandt. Im internationalen Vergleich kann diesbezüglich ein deutlicher Rückstand auf die Entwicklung in den Nachbarländern beobachtet werden. In der Schweiz beispielsweise wird bereits etwa jeder vierte Patient mit der beschriebenen Technik operiert.

Herr Dr. Frohnmüller, haben Sie vielen Dank.


Download Infoblatt Kunstgelenk

Kunstgelenk (1,7 MiB)

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